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Eleonore Weisgerber

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Eleonore Weisgerber

Chanson


Soloprogramm: Aufstieg und Fall der Femme fatale

Die Lust, sich in den unterschiedlichsten Rollen zu versuchen, hat sie noch lange nicht verloren und so erarbeitete sie selbst ein Programm mit Liedern von Friedrich Hollaender, Franz Wedekind und anderen Komponisten bzw. Textern der 20er Jahre unter dem verheißungsvollen Titel „Aufstieg und Fall der Femme fatale“.

„Singende Schauspieler bereiten meist Bauchschmerzen,“ schreibt die Berliner Morgenpost über ihren Liederabend, „doch Ausnahmen bestätigen die Regel“.

Stilsicher schlüpft Eleonore Weisgerber gleich in mehrere weibliche Charaktere und verändert sich so vom scheinbar naiven Schulmädchen in jene Femme fatale, die ihre Rolle spielen muß. Nur nicht aus Liebe weinen..., ihre verraucht laszive Altstimme erinnert – sicher ohne Absicht – an die große Marlene Dietrich. Das Rollenspiel nach Ohrwürmern wird musikalisch am Piano begleitet von Frank Golischewski.

Biographie

Biografie

Eleonore Weisgerber, geboren in Wiesbaden, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Mit langjähriger Zusatzausbildung in Chanson, Musical, Ballett und Musical Dance qualifizierte sie sich zu einer der wenigen deutschen Allroundkünstlerinnen von internationalem Format. Ihr aristokratisch geschnittenes Gesicht ist von den Fernsehbildschirmen nicht wegzudenken. Ob in „Praxis Bülowbogen“, „Der Alte“, „Derrick“ „Traumschiff“, „Tatort“ oder zahlreichen Fernsehspielen – Eleonore Weisgerber stellt seit 20 Jahren in facettenreichen Rollen ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Ihre zahlreichen Rollen in französischen Filmproduktionen und die Liebe zu Paris waren Grund genug sich für einen zweiten Wohnsitz an der Seine zu entscheiden. Theaterengagements führten Eleonore Weisgerber u.a. nach Basel, Heidelberg und Dortmund.

Termine

Showtermine und Veranstaltungsorte

2012

“Aufstieg und Fall der Femme fatale”
14. Jan. - Langen / Hessen - Stadthalle Langen

22. Mai - Berlin / Wintergarten

Rezensionen

Rezensionen: Eleonore Weisgerber in der Presse

Andernach – 19.10.2011 - Winfried Scholz

Die Femme fatale, wie die leibt und lebt

Chansonabend mit Eleonore Weisgerber begeistert das Publikum in der Mittelrheinhalle

Lasziv sinkt sie im sündig roten Kleid und mit schwar­zer Federboa auf dein Steinway-Flügel nieder, haucht Friedrich Hollaenders „Lied von der Treue" ins Mikrofon. In dieser Pose ist Eleonore Weisgerber ganz die Femme fatale - die verhängnisvolle Frau, besonders attraktiv und verführe­risch, aber auch mit magisch dämo­nischen Zügen ausgestattet. „Auf­stieg und Fall einer Femme fatale" ist der Titel des Chansonabends, mit dem die bekannte Schauspielerin und Sängerin in der Andernacher, Mittelrheinhalle gastiert.

Es geht der Künstlerin an diesem Abend nicht vordergründig darum, Männer reihenweise in den Ab-grund zu treiben, wie es Marlene Dietrich als Lola, der Inbegriff einer Femme fatale, im Film „Der blaue Engel' mit Professor Rath getan hat «Die Geschichte dieser frei erfundenen Frau ist für mich die Rah­menhandlung, um die wunderbaren Lieder von Friedrich Holländer und anderer Komponisten aus den 20er- bis 3Oer-Jahren dem Publi­kum von heute nahezubringen", erläutert die Künstlerin im Ge­spräch mit unserer Zeitung den Grundgedanken ihres Konzerts.

Mit „Für mich soll's rote. Rosen regnen" startet sie naiv in die Welt des schönen Scheins. Wer die Au­gen schließt, glaubt, Hildegard Knef stehe auf der Bühne. Dann die erste Enttäuschung: „Beim ersten Mal, da tut's noch weh" aus dem Film „Große Freiheit Nr. 7". Doch kurz darauf ist sie „Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", und die Männer fallen ihr reihenweise vor die Füsse. Es folgen die Chansons „Hermann heeßt er", mit dem Ciaire Waldoff große Erfolge feierte, das von Tu­cholsky getextete „Mir ist heut so nach Tamerlan zu Mut" und „Der Neandertaler" von Günter Neumann.

Jedoch macht die Femme fatale den Fehler der Fehler: Sie verliebt sich rettungslos und singt „Wie hab ich nur leben können ohne dich“. Bald steht sie im Regen (Ralph Benatzky), kriegt aber bei „Nur nicht aus Liebe weinen" wieder die Kur­ve. Musikalisch und in verschiedenen Rollen zeigt die großartige Schauspielerin Eleonore Weisgerber  vielfältige Eigenschaften einer Frau. Mal ist sie beschwingt, sinnlich, verführerisch oder frech, aber auch hingebungsvoll, romantisch, nachdenklich und zerbrechlich. Dabei variiert sie ihre rauchige Alt­stimme facettenreich von ganz zart bis aufs Äußerste robust, etwa in dem herrlichen Hollaender-Song „Ich lass mir meinen Körper schwarz bepinseln". Kongenial wird sie von Frank Golischewski am Flügel begleitet. Der wunderbare Chanson-Abend hätte gewiss mehr Besucher verdient. Ein Grund zum Fernbleiben ist vielleicht, dass 20 Kilometer rheinaufwärts das Buga-Abschluss-Feu-erwerk stattfindet. Doch die rund 150 Zuhörer, die da sind, zeigen sich restlos begeistert und geizen nicht mir Bravo-Rufen. Drei Zugaben erklatschen sie, darunter „Warum sollte eine Frau kein Verhältnis ha­ben". Da ist sie wieder, die Femme fatale.

 

Ahlener Tageblatt – 18.10.2011 - Rudolf Geiser

Eleonore Weisgerber verzaubert Publikum mit ihrer Stimme

„Nein, nein, die Ge­schichte soll von Anfang an er­zählt werden." Die Halbweltda­me im schwarz glitzernden Netz­kleid bricht Marlene Dietrichs Paradelied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt" ab, legt sich einen weißen Kragen um den Hals und beginnt ihren musikali­schen Streifzug vom „Aufstieg und Fall der Femme fatale" im Berlin der 1920er-Jahre.

Schauspielerin Eleonore Weis­gerber hat keine Mühe, in die Rol­le des heranwachsenden Mäd­chens zu schlüpfen. Ob Wede­kinds „Ilse", Tucholskys „Tauentzienmädel" oder Klabunds leid­geprüfte Göre, die „mit de Beene" baumelt, die Symbiose von Schauspiel- und Sangeskunst ist am Samstagabend im Saal Sandgathe ohne Verzögerung geglückt.

Mit viel Vergnügen begleitete das Publikum eine Metamorpho­se, die zwischen großen Emotionen und ironischer Distanz alles aufbot, was einen simplen Lie­derabend zu einem emphatischen Musikerlebnis macht. Klug und zielsicher hat Eleonore Weisger­ber hochkarätige Autoren ausge­sucht, deren Liedertexte auch nach Jahrzehnten noch frei von Patina sind. Und die frische, stets präzise Piano-Begleitung von Frank Golischewski zeugte von hohem Respekt vor der Leistung der Komponisten.

Naiv, zickig, mondän, verrückt, lasziv, raffiniert,, enttäuscht, es gab keine Facette menschlicher Eigenschaften und Befindlichkei­ten, die Eleonore Weisgerber nicht zu verkörpern gewusst hät­te. Die in Wiesbaden geborene Schauspielerin studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Ber­lin und absolvierte eine Zusatz­ausbildung in Chanson, Musical und Ballett. Beste Voraussetzung also, um ein nicht immer unberechtigtes Vorurteil zu widerle­gen, wonach singende Schauspie­ler Bauchschmerzen bereiten.

Von Weisgerbers molltaugli­cher Altstimme geht ein gewisser Zauber aus. Wenn sie Friedrich Hollaender, Theo Mackeben oder Günter Neumann interpretiert, drängen sich Vergleiche auf, fal­len Namen wie Marlene Dietrich, Ciaire Waldoff oder Hildegard Knef. Ihre unglaubliche Bühnen­präsenz erübrigt ein üppiges Re­quisitenarsenal, drei Kostüme, ein Garderobenständer mit Fe­derboa, Seidenschal und Regen­mantel genügten, um den Auf­stieg und Fall der Femme fatale optisch zu untermauern.

Mit „Wenn ich mir was wün­schen dürfte" endete der offizielle Teil, des Programms, und die meisten im Saal werden für sich ergänzt haben: „Ja wenn, darin mehr von diesen erstklassigen Veranstaltungen."

 

 

Ahlener Zeitung - 17.10.2011 - Peter Schniederjürgen

Von lasziv bis schrill

Eleonore Weisgerber schlug Publikum im Saal Sandgathe mit Chansons in ihren Bann

Nicht nur als Berliner Göre überzeugte am Sams­tagabend Eleonore Weisger­ber im Saal Sandgathe die zahlreichen Zuschauer.

Die aus Film und Fernse­hen bekannte Schauspiele­rin offenbarte nicht nur au­genzwinkernd den „Aufstieg und Fall der Femme Fatale", sie verkörperte diese Rolle geradezu. Mit den zeitgenös­sischen Musikstücken, be­gleitet vom Pianisten Frank Golischewski, erzeugte Weis­gerber die Stimmung des Berlins der 20er Jahre. Erste Erfahrungen mit dem männ­lichen Geschlecht liefen musikalisch mit Texten von Frank Wedekind, Friedrich Hollander und anderen auf­bereitet, nicht immer zum Besten. Die Akteurin zeigte neben ihrer Wandlungsfä­higkeit auch ihre treffend schrillen Seiten.

Ihre „große" Liebe, Her­mann, brachte sie nahezu ohrenbetäubend an die ver­gnügten Zuschauer. Doch Weisgerber war nicht urko­misch. Mit dem Lied „Und ik baumel mit de Beene" und anderen brachte sie einen bittersüßen Touch in den Vortrag. Hintersinnig auf die Doppelmoral der Zeit schielend und vordergründig ko­misch endet das Lied am Galgen. Doch das ist für die angehende Femme Fatale nur ein Schritt. Gefühlvoll bis schrill ließ sie hören, wie sich aus dem naiven Jung­mädchen ein raffiniertes Biest entwickelte - das doch letztlich immer den Kürze­ren zog.

Frech und naiv bis lasziv führte sie die Stationen die­ses Lebens vor. Dabei war auch der Ausflug in die Kleptomanie kein Tabu. Die aus Sendungen wie „Traum­schiff", „Derrick" und zahl­reichen „Tatort"-Filmen bekannte Weisgerber vermit­telte mit vollem Stimm- und Körpereinsatz bei sparsamer Requisite einen gelungen Auftritt. Der wurde vom Publikum mit Gelächter und Applaus gebührend gewür­digt.

„Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt", das Lied der unvergesslichen Zarah Leander, zitierte Weis­gerber, die singende Schau­spielerin mit viel Herz und mehr als überzeugend. Da­mit bescherte sie den Zu­schauern einen sicher lange unvergessenen Abend.

 

Nordsee-Zeitung, 17. Juni 2008, Ulrich Müller

Kecke Göre mit der Federboa

Eleonore Weisgerber mit Chansonprogramm „Aufstieg und Fall der Femme fatale“ in Thieles Garten

Eigentlich sollte die Matinee mit Eleonore Weisgerber im Freien stattfinden, aber das unsichere Wetter beförderte die bekannte Bühnen- und Filmschauspielerin und ihr Publikum kurzerhand in den Pavillon von Thieles Garten. Was allerdings kein Unglück war, denn so wurde wenigstens keine Nuance ihrer Kunst vom Winde verweht, kam jeder unverstärkt gesungene Ton im bis auf den letzten Platz besetzten Saal goldrichtig an. Mit dem Chansonprogramm „Aufstieg und Fall der Femme fatale“ demonstrierte die alterslose Künstlerin ihre Klasse als Sängerin und Darstellerin.

Den Auftrittsapplaus holte sich die Weisgerber „von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ im Vorgriff, dann ging es im kurzen Schwarzen zurück zu den Anfängen der „verhängnisvollen Frau“, Mit weißem Kragen und dem genau passende Gesichtsausdruck verwandelte sie sich in Frank Wedekinds „Kind von 15 Jahren“, legte sich die Federboa um und spazierte damit keck berlinernd zwischen Kokotte und Unschuldsengel durch die Straßen rund ums KaDeWe.

Klabunds „Ich baumle mit de Beene“ und Hildegard Knefs „Für mich soll‘s rote Rosen regnen“ standen für soziales Elend und pure Lebenslust: Diese Sängerin musste in ihrem Programm gar nicht älter als 16 werden, um zu beweisen, dass sie eine Meisterin ihres Fachs ist.

Die Naive und die Zickige

Mit großer Intensität verkörperte Eleonore Weisgerber die Naive und die Zickige, die Mondäne und die verrückte Kleptomanin, jeder Ton, jede Geste saß perfekt. „Meine Jugend verstrich, und weiter bin ich immer noch nicht“, sinnierte sie, quietschte dann herrlich schrill „Benjamin, ich hab‘ nichts anzuziehn“, wechselte ansatzlos mit „Jonny, wenn du Geburtstag hast“ die Stimmung.

Der ausgezeichnete Pianist Frank Golischewski konnte den Wandlungen immer folgen, blieb stets dezent im Hintergrund, nahm an den richtigen Stellen das Tempo heraus, setzte an anderen passende Akzente. Und als die Femme fatale dann so überzeugend wie einst die Dietrich „Einen Mann, einen richtigen Mann“ sang, waren die anwesenden Herren heilfroh, dass sie auf der Bühne blieb. Dem überdrehten „Ich mir meinen Körper schwarz bepinseln“ folgten ernstere Lieder wie „Keiner weiß wie ich bin“ oder „Ich steh‘ im Regen“.
Das Leben als verhängnisvolle Frau endete einsam, es blieben nur ein „Alter Freund“ und zum Schluss der Trotz: „Nur nicht aus Liebe weinen!“ Damit kam Eleonore Weisgerber noch lange nicht von der Bühne: Zugabe, Zugabe, Zugabe!

 

Tauber-Zeitung, 04.04.2006, Inge Braune

Weisgerbers Aufstieg und Fall der Femme fatale

Entführt in die Welt des weiblichen Wünschens – Deutsches Liedgut der 20er Jahre entstaubt

Geboren in Wiesbaden, teilweise aufgewachsen in Lateinamerika, Schauspielerin: Eleonore Weisgerber. Mit Claude Chabrol hat sie gearbeitet, mit Götz George, war in Ulrich Königs „Frauen die Prosecco trinken“ zu sehen – hochkarätige Partner, hochkarätige Themen.

Präzise gefeilt hat Weisgerber an der ein wenig aus dem Zufall geborenen Idee eines Chansonabends. Im französischen Freundeskreis entstand die Idee. Auch Deutschland müsse sie doch haben, die spritzigen Chansons. Die Freunde wollten diese Sachen hören. Entstanden ist „Aufstig und Fall der Femmme fatale“, ein wunderschöner Chansonabend, von Weisgerber zugeschnitten auf Weisgerber. Mit, wie sollte das auch anders sein, hochkarätigen Liedern von hochkarätigen Autoren. Ein bisschen Wedekind, ein wenig Hollänger, dazu Tucholsky und Käutner. Es sind Lieder und Songs aus den 20er Jahren, bis heute ganz und gar nicht angestaubt, weil aus gutem Holz geschnitzt.

An dem hat Weisgerber gefeilt: mit gewaltigem Vergnügen, mit Schauspiel- und Sangeskunst, mit wohldosiertem Einsatz von Ballerinenkunst, mit klugem Einfühlen in jedes Einzellied, mit kundig eingelegtem roten Faden. Der führt von der kessen Berliner Göre mit ihren Träumen, ihrer Wirklichkeit hinein ins Leben vom Diventraum, zur Femme fatale und der dann doch vorhandenen Verstrickung. Eine regelrechte Intarsienstudie, ein Paillettenmosaik hat sie gestickt aus den kleinen, feinen und genau besehen gar nicht so ganz raren Perlen des deutschen Chansons. Da geht ironische Distanz eine erfrischend prickelnde Verbindung ein mit großer Emotion, erweist sich das rote Fädchen Frauenleben als drahtseilakttauglicher Spannungsbogen, verfällt das Publikum der Kunst, der Künstlerin, dem Inhalt.

Wie macht sie das? Puristisch fast: Ein Garderobenständer mit Federboa, Seidenschal; ein Flügel, auf dem Mikesch von Grümmer kongenial begleitet; zusätzlich braucht sie nur noch drei Kostüme, ein weißes Krage!-chen und einen Mantel. Den Rest erledigt sie mit schier unglaublicher Präsenz, Mimik, Gestik bis in die Zehenspitzen, und einer Stimme, die wirklich von der kessen Göre bis zur Diva reicht, die ohne weiteres changiert von seidenmatt-iasziv bis hin zum Überklappen.

Da kommt ein Starlet auf die Bühne, im knappen Glitzernetzkleid, in kecker Glamourlaune, lasziv und schmelzend Marlene Dietrichs Paradelied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ hauchend - und tritt, vorgeblich stolpernd, auf die Bremse, dass es nur so quietscht im Publikum. Nein, nein: von Anfang an soll die Geschichte erzählt werden, die vom Aufstieg, vom Fall der Femme fatale. Da muss man früh anfangen. Ein weißes Krägelchen um den Hais und schwupp, schon ist die Halbweltdame ein echtes Kind der 20er a la Wedekinds „Kind von 15 Jahren“, Tucholskys Tauentzienmädel Kitty, das in den Straßen rund ums KDW die Welt kennen lernt, mit dem speziellen Blick des Girlies von damals, zwischen Unschuldsengel und Kokott; verwandelt sich in Klabunds melancholisch-desillusioniertes junges Mädchen, das schon viel zu viel weiß von den Realitäten des Lebens. Spätestens hier weiß das Publikum, auf was für eine Reise es sich von Weisgerbers Einladung eingelassen hat: keineswegs nur auf die Leichtigkeit der zwanziger, sondern ebenso sehr auch auf ihre schrillen, schrägen, schmerzhaften Elemente.

Und wird dann wieder entführt in die Weit des Wünschens: Ist das, reibt man sich verwundert die Augen, jetzt Hildegard Knef oder Eleonore Weisgerber? „Für mich soll‘s rote Rosen regnen!“ Und schwupps, schon wieder wechselt die Stimmung: „Benjamin, ich hab nichts anzuziehn!“ Nahtlos wechselt Weisgerber zwischen Sprache, Sprechgesang, Gesang, nutzt ihre molltaugliche, dissonanzfähige Stimme, gibt dem Chanson aus Deutschland mit Seibstironie sein Glitzern und seine Schärfe zurück. Das Prublikum klatscht – hellauf begeistert – eine, zwei, gar drei Zugaben heraus.

Vom naiven Schulmädchen zur nymphomanen Femme fatale

...Während Eleonore Weisgerber in Fernsehkrimis häufig mondäne Frauen verkörpert, schlüpft sie beim von ihr selbst zusammengestellten Programm mit Liedern von Friedrich Hollaender („Das Lied von der Treue“, „Die Kleptomanin“), Frank Wedekind („Ilse“) und Theo Mackeben („Nur nicht aus Liebe weinen“) stilsicher gleich in mehrere weibliche Charaktere: So wandelt sie sich in zwei Gesangsblöcken vom naiven Schulmädchen zur nymphomanen Femme fatale. Die Interpretation dieser Evergreens versprühen allesamt reichlich ironischen Charme, wobei die verraucht laszive Alt-Stimme manchmal ein wenig an die große Marlene Dietrich erinnert...

 

Berliner Morgenpost, 30. August 1997, Hanns Mänhardt

Parfüm der Zwanziger

... Eleonore Weisgerber bot alle Register ihrer vokalen und darstellerischen wie mimischen Möglichkeiten auf. Eine Hedda Gabler des Chansons: von starken Instinkten getrieben, schönheitsbesessen, naiv und gleichzeitig raffiniert – eine schillernde Seelen-Exotin, um am Ende ganz Frau zu sein, die Wärme sucht und nichts anderes als einen guten Freund. Starken Beifall spendete das hingerissene Publikum, das denn auch mit Zugaben aus der Ohrwurmkiste belohnt wurde.

 

AZ, 16. Juni 1998

Ein Rollenspiel nach Ohrwürmern

... Und immer zeigt sie dabei, daß sie Rollen spielt; nicht nur, daß sie sich in ihnen stilsicher bewegt, hauchbreit steht sie neben ihnen und schaut gleichzeitig auf sie drauf.
Leichtigkeit auch in der kleinen Szene mit ihrem behutsamen Pianisten Mikesch van Grümmer, die, nach aller Mühe, die es gekostet hat, eine umschwärmte schöne Frau zu werden, deren Entbehrungen deutlich macht...

PR-Material

Ankündigung: Chansonprogramm “Aufstieg und Fall der Femme fatale”

Eleonore Weisgerber, geboren in Wiesbaden, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin. Mit langjähriger Zusatzausbildung in Chanson, Musical, Ballett und Musical Dance qualifizierte sie sich zu einer der wenigen deutschen Allroundkünstlerinnen von internationalem Format. Ihr aristokratisch geschnittenes Gesicht ist von den Fernsehbildschirmen nicht wegzudenken. Ob in „Praxis Bülowbogen”, „Der Alte”, „Derrick” „Traumschiff”, „Tatort” oder zahlreichen Fernsehspielen und Spielfilmen - Eleonore Weisgerber stellt seit 20 Jahren in facettenreichen Rollen ihre Wandlungsfähigkeit unter Beweis. Theaterengagements führten Eleonore Weisgerber u.a. nach Basel, Heidelberg und Dortmund.

Soloprogramm: Aufstieg und Fall der Femme fatale

Die Lust, sich in den unterschiedlichsten Rollen zu versuchen, hat sie noch lange nicht verloren und so erarbeitete sie selbst ein Programm mit Liedern von Friedrich Hollaender, Franz Wedekind und anderen Komponisten bzw. Textern der 20er Jahre unter dem verheißungsvollen Titel „Aufstieg und Fall der Femme fatale”. „Singende Schauspieler bereiten meist Bauchschmerzen,” schreibt die Berliner Morgenpost über ihren Liederabend,  „doch Ausnahmen bestätigen die Regel”.

Stilsicher schlüpft Eleonore Weisgerber gleich in mehrere weibliche Charaktere und verändert sich so vom scheinbar naiven Schulmädchen in jene Femme fatale, die ihre Rolle spielen muß. Nur nicht aus Liebe weinen ..., ihre verraucht laszive Altstimme erinnert – sicher ohne Absicht – an die große Marlene Dietrich. Das Rollenspiel nach Ohrwürmern wird musikalisch am Piano begleitet von Frank Golischewski.

 

Veranstaltungsplakat zu "Aufstieg und Fall der Femme fatale" zum Herunterladen:

Weisgerber_plakat_a3.pdf

 

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