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Hardy
Krüger
Schauspiel
Raben in Irland. Ein Mann und eine Frau. Und viel Regen. Kann daraus eine Liebesgeschichte werden? Es kann. – Eine der poetischsten und traumverlorenen! Afrika. Eine kleine Propellermaschine über dem Weißen Nil. Darin ein Mann, allein – auf dem Weg in ein neues Leben. Das Leben mit einer Frau, die in Nairobi wartet. Es ist heiß, und es riecht nach Benzin. Der Flug ist endlos. Vielleicht ohne Ankunft. Der Kopf des Mannes voller Bilder vom Anfang einer Liebe. Und dann muss er landen, in einer vergessenen Weltecke, in der er nicht willkommen ist. Eine Geschichte, spannend, herb und leidenschaftlich bis in ihren Grund. Letzte Tage im Krieg. Irgendwo an der südostdeutschen Donau. Als die Truppen abziehen, bleiben von einem jungen Soldaten nur ein paar Kekse, zwei Bleistifte und ein Schreibheft zurück. Das Tagebuch einer Liebe von Stunden nur. In einem Landgasthof in Galway halten sie einen verletzten jungen Mann für einen Rebellen. Für einen der ihren. Diskret besorgen sie ihm einen Wunddoktor – der Schweigen kann. Was keiner ahnt: Beide sind sich schon einmal begegnet. Der griechische Philosoph Platon hielt alle Dichter für Lügner. Manchmal jedoch ist es notwendig, die Wahrheit zu erfinden, um ihre ganze Flüchtigkeit zu erkennen - so im Vexierspiel um den Tod des Malers Gauguin auf seiner Südseeinsel. Manchmal ist es der Schmerz einer fernen Liebe, der einen durchs Leben trägt. Heiligabend, Bomben auf Berlin – kein einfacher Ort für ein junges Paar. Hoch über den Bäumen des brasilianischen Urwalds – ein wortkarger Pilot und eine Journalistin. Sie will über die Indios schreiben, die tief im Dschungel verborgen leben und als gefährlich gelten. Er weiß, was sie dort erwartet. Mit sparsamen und zugleich poetischen Mitteln gelingen Hardy Krüger in diesen Erzählungen Meisterwerke von herbem Charme und geheimnisvoller Kraft. Biographie Deutscher Weltstar und Globetrotter Er wollte nicht der ewige Lausbub sein, der große Junge mit Blondhaar und blitzblauen Augen, die ihm in Deutschlands lukrativsten Filmjahren so viele Rollen gebracht hatten. Hardy Krüger, vor siebzig Jahren in Berlin geboren, bekam die Kurve, ließ sich Bart und Haupthaar vom Wind zerzausen und die Haut von Sonne gerben, kletterte in jedes erreichbare Flugzeug, stürmte die Berge, kreuzte auf den Meeren und suchte den Globus unermüdlich nach unerforschten Ecken ab. So wurde der Junge vom Wedding zum Weltenbummler, Piloten und Fahrensmann, und durch das Medium des Fernsehens konnten viele daheim im warmen Ohrensessel daran teilhaben, ob es nach Jamaika ging oder Bali, in die Südsee oder hinauf nach Alaska. Am Anfang aber war der Film. Von der braunen Kaderschmiede der Ordensburg in Sonthofen im Allgäu hatte ihn Regisseur Alfred Weidenmann im Kriegsjahr 1943 für den Nazifilm "Junge Adler" engagiert. Eberhard Krüger, wie er eigentlich hieß, traf bei den Dreharbeiten in Babelsberg Hans Söhnker, der unter großen Gefahren Juden zur Flucht verhalf und den Hitlersohn Krüger über das Regime aufklärte. Hardy überlebte,
begann eine Schreinerlehre
in der Lüneburger Heide und kam bald zum Theater, wo man ihn in
Hannover,
Hamburg und München als jugendlichen Komiker und Naturburschen zu
schätzen wußte. "Diese Nacht vergesse ich nie",
"Kätchen
für alles", "Alle kann ich nicht heiraten", "Schön muß
man sein" hießen erste Filme Anfang der fünfziger Jahre. Mit
Maria Schell und O.W. Fischer drehte er bei Harald Braun
Was viele versuchten, woran viele scheiterten, gelang Hardy Krüger: der Sprung in die internationale Karriere. Er drehte bei Otto Preminger "Die Jungfrau auf dem Dach". Er war im Kriegsabenteuer "Einer kam durch" der Fliegerleutnant Franz von Werra, dem die Flucht aus britischer Gefangenschaft gelingt. Er ging mit John Wayne und Elsa Martinelli unter Howard Hawks auf Großwildjagd in "Hatari". Und auch später versicherte man sich seiner zuverlässigen Präsenz, wenn es in einem internationalen Männerensemble das blonddeutsche Element zu vertreten galt: von "Der Flug der Phoenix" mit James Stewart über das Eisdrama "Das rote Zelt" bis zum "Taxi nach Tobruk" und die "Wildgänse kommen". Hardy Krüger konnte mehr, als ihm etwa "Liane, das Mädchen aus dem Urwald" und die "Christel von der Post" abverlangten. In Helmut Käutners moderner "Hamlet"- Version "Der Rest ist Schweigen" war er ein elegant-intellektueller Prinz im Ruhrgebiet. Doch er drehte auch in Frankreich das zärtlich - melancholische Filmgeschenk "Sonntage mit Sybill", das sogar einen Oskar gewann: Die Geschichte eines Indochina-Piloten, der im Krieg das Gedächtnis verlor; mit einem kleinen Mädchen verbindet ihn eine unschuldige Freundschaft, die von der Umwelt auf schmähliche Weise mißverstanden und zerstört wird. Mit einem der wenigen anderen Weltstars aus Deutschland, Mario Adorf, knüpfte er Mitte der achtziger Jahre an seine Theateranfänge an. Als alternder Lausebengel Tom Sawyer und Huckelberry Finn spielten sie sich in dem liebenswürdigen Nostalgiestück "Wiedersehen im Herbst" frei nach Mark Twains Jugendbuch-Klassiker die Pointen zu, erfolgreich auch im Frühjahr 1985 im Charlottenburger Renaissance-Theater. Hardy Krüger ist keiner, der gerne stillsitzt. Nicht zufällig nannte er einen autobiograpischen Roman "Junge Unrast". Die Lust auf Neues, auf andere Welten und frische Erfahrungen hat ihn immer wieder an- und umgetrieben. So fand er nicht nur faszinierende Ziele bei seinen "Reisen zu Menschen und Götter". Er ging seinen Weg auch als Schriftsteller, unter anderem mit den Romanen "Schallmauer", "Die Frau des Griechen" und "Eine Farm in Afrika". "Ich genieße die Freiheit", hat er einmal gestanden. Und als eine seiner Antriebskräfte hat er "Respekt vor der Schöpfung" benannt. Beides speist sich aus einer intakten und glücklichen Beziehung, die auch dem nun Siebzigjährigen einen sympathischen Hauch von Jungenhaftigkeit bewahrt hat. |