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Neues deutsches Entertainment

Die Auferstehung des deutschen Entertainments könnte ein Osterfest für die Musikbranche werden.

Ausgangssituation in Deutschland
Es klafft eine Lücke im deutschen Musikangebot: es fehlt deutsches, großes Entertainment. „Crossover", die Verschmelzung von E- und U-Musik ist heute ein gefragtes Marktsegment der internationalen Musikbranche, doch wird dieses Musikentertainment fast ausnahmslos in den USA produziert. Deutschland hat (noch) keine Streisand, Midler, Dion etc. und (noch) keinen Produzenten, der den Sound eines David Foster ermöglicht. Hauptgründe dafür:
1. Ausmerzung der jüdischen Kultur durch die Nazis. Viele große Künstler,  Produzenten und Veranstalter der
    deutschen Unterhaltungskultur waren Juden.
2. Das von den Nazis  verursachte „kulturelle Vakuum" nutzten die amerikanischen  Medienkonzerne
    zur Monopolisierung und Marktbeherrschung.

Nachfragesituation
Ohne Zweifel können wir in den letzten Jahren eine sich rasant entwickelnde Differenzierung im Musikkonsumentenverhalten feststellen, nicht nur unter den jungen Leuten sondern auch unter der midlife generation. Hier wächst das Bedürfnis nach gehobenem Entertainment. Die der Disco entwachsene Generation hat genug von Playback-Shows. Mit dem Eintritt ins Berufsleben sind die Bedürfnisse gewachsen und die Ansprüche gestiegen. Die Veranstalter verzeichnen wachsende Nachfrage nach großen Live-Shows (Musicals, Dance-Shows, Helmut Lotti, Brian Setzer mit Swing-Orchester etc.). Neue Cabaret- und Varieté-Häuser etablieren sich am Markt. In den Metropolen eröffnen neue Nobelbars, die Live-Programm anbieten. Die Musicalbauten in Deutschland - einmalig auf der ganzen Welt - sind ein weiterer, sogar  "betonierter" Beleg für die neue Marktsituation. Tonträgerfirmen beginnen aufzuwachen: Auf der Popkomm 2002 forderten sie unisono die Einführung einer Radioquote für Neuerscheinungen und speziell für deutsche Titel .

Die veränderte Nachfragesituation hat auch kulturpolitische Wurzeln. Wir befinden uns in einer gentechnischen und einer elektronischen Revolution, die gleichsam eine kulturelle Revolution bewirken. Die Künste können sich nicht ausklinken. Schlager der herkömmlichen Art widerspiegeln das Lebensgefühl breiter Bevölkerungsschichten im Industriezeitalter. Die vom e-commerce geprägte IT-Gesellschaft bringt neue kulturelle Bedürfnisse hervor. Das betrifft auch den Unterhaltungssektor. Mit dem Anwachsen des Arbeitssektors "Informationstechnologie" steigt auch das Bedürfnis nach gehobenem Entertainment.

Schlussfolgerungen und Zielsetzung
Nun mag der Einwand kommen, wir haben doch deutsches Entertainment. Harald Juhnke z.B. sang Sinatra-Songs mit deutschen Texten. Nichts dagegen, nur hat das wenig mit der Musik zu tun, die unter neuem deutschen Entertainment" zu verstehen ist. Der Juhnke-Sound ist arrangiert und produziert, wie in den 60er und 70er-Jahren. Wir brauchen aber nicht nur deutschen Crossover schlechthin, wir brauchen auch die Arrangeure und Produzenten, die diese Form deutscher Unterhaltungsmusik auf internationalem Niveau und aktuellem Stand umsetzen. Hinzu kommt, dass neues, deutsches Entertainment  Tradition und Moderne miteinander verbinden muss. Auch die deutsche Unterhaltungsmusiktradition ist unbedingt zu berücksichtigen. Somit wird  neues, deutsches Entertainment nicht zum bloßen Plagiat amerikanischer Crossover-Produktionen mit deutschem Text, sondern bekommt eigene Größe, die auch für den internationalen Markt attraktiv werden kann. Und nicht zuletzt brauchen wir die großen, neuen Interpreten, ohne die dieser neue Markt nicht zu erschließen ist. Die Zeit ist reif für neues deutsches Entertainment.

Die Merkmale des neuen deutschen Entertainments in Kurzform:
1. Crossover / Zusammenspiel unterschiedlicher künstlerischer  Ausdrucksformen
2. Verbindung von Tradition und Moderne
3. Deutscher Text
4. Internationales Produktionsniveau auf aktuellem technischen Stand
5. Neue Interpreten

Die KulturInitiative
Die KulturInitiative arbeitet seit vielen Jahren im Bereich des deutschen Entertainments mit der Zielstellung, dem neuen deutschen Entertainment eine Marktchance zu eröffnen und ihm zum Durchbruch zu verhelfen.
 

Das hat die KulturInitiative zu bieten:
Künstler - Komponisten - Arrangeure - Texter , die sich der gehobenen, deutschsprachigen Unterhaltungsmusik widmen.

Das Management:
* Die Story zur Auferstehung des deutschen Entertainments
* Konzeptionen für Marktplazierung des neuen Musiksegments  ( Fernsehshow, Musikfestival )
* Künstlerbetreuung
* Veranstaltungsmanagement


Artikel für den "Musikmarkt"
Erschienen im Heft 20 - 12. Mai 2003

Quotenforderung für Musik, die es nicht gibt

Für alle, die im deutschen Entertainment involviert sind, flammte auf der Popkomm 2002 Hoffnung auf. Unisono wurde die Forderung noch einer 50:50-Quote für die öffentlich-rechtlichen Sender verkündet. Neue Produktionen sollen eine Chance auf dem Markt bekommen, darüber hinaus sollen sie zu 50 Prozent deutschsprachig sein. Neuheiten in Muttersprache kommen im öffentlich-rechtlichen Radio zu 1,2 Prozent zum Einsatz, bei den Privaten zu 0,6 Prozent. Das ist gleichbedeutend mit bedeutungslos. In puncto Unterhaltungsmusik vernachlässigt kein EU-Land seine Muttersprache so sehr , wie Deutschland. Die Ursachen sind kaum erforscht. Der hörbare Qualitätsbruch in der deutschen Unterhaltungsmusik, verursacht durch den Nationalsozialismus, war sicherlich ausschlaggebend. Die Nachkriegsentwicklung der leichten Muse in Deutschland lässt sich mit wenigen Worten kennzeichnen:  Auf die "Sparschweinhämmerchenmusik" folgte der D-English-Foxtrott der zum Siegel-Trott mutierte. Die weitere "Zlatkoisierung" der deutschen Unterhaltungsmusik führte in die Sackgasse, die uns nun eine große Chance offeriert: die Besinnung auf Qualität.

Die derzeitige notwendige Quotendiskussion darf diesen Qualitätsaspekt nicht vernachlässigen. Zu den Forderungen "Neuheiten" und "deutsch" muss eine weitere Komponente hinzugefügt werden: Qualität. Wenn die neueste Studie belegt, dass  62,3 Prozent der Konsumenten sich nach mehr Musik mit deutschen Texten sehnen, dann ist damit noch nichts über die gewünschte Form der Musik zum Ausdruck gebracht. Die IT-Gesellschaft ruft andere kulturelle Bedürfnisse hervor, als die Industriegesellschaft. Gottlieb Wendehals, Heino etc. waren Stars der Industriearbeiter, Stars der vergangenen Gesellschaftsformation. Wo sind die deutschen Stars von heute, die Stars der Grafikdesigner ? Für diese Konsumenten, für die "top adults" wurde in Deutschland nichts produziert.

Um die deutsche Unterhaltungsmusik wieder zu beleben sind m.E. folgende Vorraussetzungen zu schaffen:
1. von der Phonoindustrie
Wenn die Phonoindustrie es mit ihrem Ruf nach einer Quote ehrlich meint, dann müssen die Major-Firmen dieser Branche in ihren Häusern die Vorraussetzung schaffen: bisher gibt es bei keiner Major-Firma einen A&R Manager für gehobene, deutsche Unterhaltungsmusik. Einziger Lichtblick: die Gründung des Labels " 105 Music" durch Heinz Canibol und Roman Rybnikar, bezeichnenderweise keine Major-Firma.

2. von den Medien
Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen wieder ihren kulturellen Auftrag Ernst nehmen. Für den Bereich der Unterhaltungsmusik heißt das:
* freiwillige Quoteneinführung
* Nutzen des Potentials der Sender : die großen, eigenen Klangkörper (Sinfonieorchester und
  Bigbands) sollten für neue, deutschsprachige Produktionen zur Verfügung gestellt werden.
  Qualitativ hochwertige Produktionen von internationalem Standart dürfen nicht an den
  Produktionskosten scheitern. Eine engere Zusammenarbeit von Phonoindustrie und Sendern
  ist insbesondere bei Produktionen mit großen Klangkörpern sinnvoll. Auch das zur Verfügung
  stellen der Studios in den Sendeanstalten wäre eine große Hilfe.
* Schaffung neuer Formate für Musiksendungen in Rundfunk und Fernsehen.
   Fernsehformate mit Live-Musik, in denen auch die großen Klangkörper zum Einsatz
   Kommen.

3. von der Politik
Der Niedergang gehobener, deutscher Unterhaltungsmusik macht deutlich, dass auch dieses Genre der kulturpolitischen Förderung bedarf ! Entsprechend qualifizierte Ansprechpartner sind auch auf politischer Ebene notwendig. Die Zusammensetzung der Landesmedienanstalten, in denen kein autorisierter Vertreter der Musikbranche zu finden ist, muss neu überdacht und entsprechende Konsequenzen gezogen werden.

Auch wenn die Erfüllung der Quote auf sich warten lassen wird, so ist doch allen zu danken, die diese Diskussion in Gang gesetzt haben ! Dieses Flämmchen darf nicht erlöschen. Die Diskussion ist ein erster, guter Schritt.


Wir würden uns freuen, wenn sie uns ihre Meinung zum Thema "gehobene, deutsche Unterhaltungsmusik"
bzw. "neues deutsches Entertaiment" mitteilen. Wenn sie möchten, werden wir sie über die weitere Entwicklung
unseres Projektes "neues deutsches Entertaiment" auf dem Laufenden halten.


   
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