Rezensionen
Rezensionen – Dirk Audehm in der Presse
Weser-Kurier vom 18.10.2010, von Danela Sell
Fünf Jahre Sch... Liebe
Tränen lachen und weinen im Salon del Norte
Schon beim Eintreten in den Salon del Norte tauchen die Besucher ein in eine andere Welt. Ein ganz in weiß gekleideter Herr mit Stock und Hut begrüßt die Gäste der Geburtstagsgala von Sch...Liebe. Unter diesem Motto tritt das Trio um Schauspieler und Sänger Dirk Audehm seit fünf Jahren mit wechselndem Programm sehr erfolgreich auf. Am vergangenen Freitag- und Sonnabend gleich zweimal im Salon del Norte.
Die Atmosphäre im Tangosaal des Salons ist wie gemacht für einen Liederabend dieser Art. Die Zuschauer werden dadurch und durch den Bühnenbau entführt ins Sands nach Las Vegas zu Zeiten des Rat Packs. Schummrige Beleuchtung, eine Bar, an der sich der stilechte weiß gekleidete Herr vom Empfang nun als Barmann Engelbert (Herzog) oder ‚der Buster Keaton des Nordens‘ wiederfindet. Dirk Audehm singt mit tiefer und eindringlicher Stimme ‚Wir sind da!‘, während die mürrische Fräulein Schneider (Musiker Alexander Seemann) am Klavier in die Tasten haut.
Das Publikum, der Salon ist gut besucht, geht schon beim zweiten Lied kräftig mit; Jackie Wilsons ‚Higher and higher‘ . ‚Olle Kamellen und neue Lieder‘ stehen auf dem Programm der Geburtstagsgala, das sich, wie der Name schon sagt, rund um das Thema Liebe und all ihre komischen und unkomischen Abarten dreht. Überwiegend sehr humorvoll, aber streckenweise auch sehr romantisch und teils rührend. Immer dann, wenn das Publikum in leichter Melancholie zu versinken droht, holt das Trio es gekonnt zurück auf das Parkett des Humors. In selbst komponierten Liedern, die von Liebe und Sehnsucht handeln, tauchen plötzlich Sätze auf wie ‚Wenn man sich gerade eine Monatskarte gekauft hat, dann stirbt man am Monatsanfang besser nicht.‘
Ist ein Lied mal durchgehend ‚ernst‘, geht Barmann Engelbert danach mit einem Tablett voller Taschentücher durchs Publikum. Außerdem sorgt er für die Special-Effects (Seifenblasen) und ‚erträgt‘ mit stoischer Gelassenheit die Anfeindungen von Audehm und dem Fräulein Schneider. Die beiden schmettern Duette und sich gegenseitig Klischee-Nettigkeiten von alten Paaren um die Ohren (‚Ich dachte du liebst mich?‘... ‚Bist du bekloppt?‘). Alexander Seemann, der in türkisfarbener Abendrobe und mit Diadem auf blonder Perücke das Fräulein mimt, bezaubert durch sein divenhaftes Auftreten bei mürrischer Dauermine, die sich nur erhellt, wenn er Audehm eins auswischen kann. Der hingegen wechselt mehrfach seine Identität, schlüpft unter anderem in die Rolle des Alternativen Ingo, der mit Wollmütze und Filzhaar auf Partnersuche geht. Das Publikum kann sich auch hierbei kaum halten vor lachen und verabschiedet das Trio nach gut Zweieinhalb Stunden mit furiosem Applaus und Standing Ovations nach zwei Zugaben von der Bühne.
Warum gerade das Thema Liebe? ‚Weil es so unergründlich ist wie kein anderes‘, sagt Audehm. Und er hat recht, denn das Publikum findet sich an vielen Stellen selber wieder. Neben Musik, Gesang und der gehörigen Portion Humor ist das auch das Geheimnis ihres nunmehr fünfjährigen Erfolgs mit den Sch...Liebe-Liederabenden.
Weser-Kurier vom 16.01.2009, von Sigrid Schuer
Dieser Mann ist ein Vulkan
Zum Brüllen komisch, herrlich albern:“Sch…Liebe II“ mit Dirk Audehm im Schauspielhaus
Adieu Tristesse, bonjour Monsieur Drei-Tausend-Volt! Sollten Sie in diesen grauen Januar-Tagen verzweifelt auf der Suche nach einem Anti-Depressivum sein, dann machen Sie sich auf den Weg ins Neue Schauspielhaus. Dort sind Dirk Audehm und seine Mitstreiter Alexander Seemann und Engelbert Herzog in „Sch...Liebe II - Geh mir aus der Sonne“ zu erleben.
Schon die erste Folge des Liederabends, die im Februar wieder am Theater Bremen läuft, gilt unter eingeschworenen Fans als absoluter Kult. Dirk Audehm, der seine künstlerische Heimat vor anderthalb Jahren von Bremen nach Berlin verlegte, ist es mit „Geh mir aus der Sonne“ allem Anschein nach gelungen, diesen Erfolg noch zu toppen.
Auch diesmal dreht sich wieder alles um die Liebe, mit der, aber ohne die wir eben auch nicht leben können. Audehm gelingt als begnadetem Entertainer eine diffizile Gratwanderung auf der Suche nach der verlorenen Liebe. Die mal euphorisch-illusionären, mal trotzig-cholerischen Metamorphosen dieses kompliziertesten aller Gefühle, das uns nach Goethe hinanzuziehen vermag, sind zumeist herrlich albern und oft zum Brüllen komisch.
Der Beifall im Publikum erreicht Orkanstärke, wenn Audehm in der Strandbar, irgendwo am blauen Meer, als scharfer Mr. Sex-Machine à la James Brown im knappen Badedress seinen Astralkörper in erotisch fließende Schwingungen versetzt. Oder mit Gummiflossen den Takt zu seiner Version von Michael Jacksons „Bad“, nämlich „für‘s Bett“ stampft. Für‘s Bett taugt der kongeniale Multi-Instrumentalist Alexander Seemann in der atemlos komischen Rolle der Pianistin Frl. Schneider, der mutmaßlich Verflossenen des Protagonisten, im hübsch-hässlich floralen Badeanzug jedenfalls nicht.
Zu Seemanns Tango- und Charleston-Variationen twistet und swingt Audehm über die Bühne. Er suhlt sich förmlich mit Brachial-Humor im Walzertakt einer völlig abgefahrenen „Dancing Queen“-Version, bis ihm die Gesichtszüge entgleisen und die Stimme überschnappt. Engelbert Herzog, der Barkeeper mit der Buster-Keaton-Miene, gibt derweil die Losung aus: „Kein Alkohol ist auch keine Lösung“. Dabei ist Dirk Audehm alles andere als ein großer Sänger. Er ist viel mehr als das: ein gesamtkünstlerischer Vulkan, der seine Wandlungsfähigkeit in den eingeblendeten TV-Episoden „Traummann sucht Frau“ zeigt, Gesungen wird zuweilen auf Hawaiianisch, dass die Baströckchen des Trios nur so rauschen, aber auch auf Spanisch.
Und spätestens dann lässt dieser Baum von einem Kerl eine ganz neue Nuance anklingen. Wenn uns eine lateinamerikanische Ballade vor blassem Mond so sanft wie eine Meeresbrise zärtlich einhüllt. „Dein Blick ist wie der Sprung ins blaue Meer“ und „Meine Gedanken kreisen um Dich“ heißt es da später. Audehm hat ein sicheres Gespür für die leisen, filigranen Zwischentöne, die er in dem Lied aufblitzen lässt, das er jener bittersüßen Erinnerung an das einmal Ersehnte, Ungeschehene widmet: „Ich hab‘ Dich damals sehr gemocht, vielleicht sogar geliebt“, Da vermittelt er dann tiefe Wahrheiten, von denen es stets mehr als nur eine einzige gibt. So hat es etwas sehr Anrührendes, wenn er zum Schluss all‘ seine Liebesbriefe in seinem Seesack verstaut und dabei ganz sacht den Comedian Harmo-nists-Titel „Irgendwo auf der Welt gibt‘s ein kleines bisschen Glück“ singt.
Nordsee-Zeitung vom 16.02.2009, von Georg Ahrens
Von der Liebe, die abhanden kam
„Ein Taschentuch gegen die Tränen der Rührung“ serviert der adrett gekleidete Diener jedem Besucher am Eingang zum Saal in Thieles Garten. Dann erscheint, angetan mit einer ganz schlimmen Kittelschürze, grauer Strickweste und einer undefinierbaren Kopfbedeckung, eine unscheinbare Frau, setzt sich ans Klavier und klimpert leise vor sich hin. Das Publikum ist irritiert, sollte doch Pianist Alexander Seemann den Entertainer Dirk Audehm begleiten bei seinem Programm „Sch… Liebe – eine musikalische Herzattacke“.
Doch viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht, denn nun betritt Audehm die Szene, angetan mit einer schrägen Mütze. Aus seinem Koffer holt er die Klamotten, die er in fliegendem Wechsel anziehen wird. Noch das eine oder andere Glas, auch für die Dame am Klavier, dann fährt der Meister „mit meiner Klara in die Sahara zu den wilden Tieren“, um gleich darauf von dem Paar zu singen, dem nach acht Jahren ihre Liebe abhanden gekommen war, „wie anderen Leuten ein Stock oder Hut“ – Erich Kästners „Sachliche Romanze“. Noch bevor die Taschentücher zum Einsatz kommen, geht es auch schon weiter, eine Pause gibt es heute Abend nicht. „Wie reizend sind die Frauen“, sang schon Otto Reutter, doch er wusste auch: „Erst hast sie auf dem Schoße, dann hast du sie am Hals.“
Hässliches Entlein am Klavier
Dirk Audehm zeigt, dass er nicht nur singen kann, sondern auch Schauspieler ist. Blitzschnell wechselt er die Kostüme, schleicht eben noch als fieser „Lauscher hinterm Baum“ durch den Saal, steht Sekunden später in Unterwäsche auf der Bühne.
Zwischendurch hat sich das hässliche Entlein am Klavier in einen schönen Schwan verwandelt. Mit schmachtendem Blick, blond und im schicken Abendkleid, steht sie da, doch die muskulösen Arme und die tiefe Stimme wollen nicht so recht zu ihr passen. Sollte es doch Alexander Seemann sein? Er ist es, wie sich schließlich zeigt, als nach dem Elephant-Love-Medley aus dem Film „Mouline Rouge“ und einem fröhlichen Zugabeteil der höchst unterhaltsame Abend zu Ende ist.
Taz vom 26.01.2006, von Jens Fischer
Scheißliebe macht Lust
Ein wunderbarer Theaterabend, der die Vorfreude neuer Seligkeiten vermittelt: Erst hat man sie kurz auf dem Schoß, welch Glück pulst durch die Adern. Dann hat man sie lange am Hals, gramvoll dickt der Lebenssaft ein. Nachdem die Liebe längst unbekannt verzogen ist, hat sich jetzt auch der Körper verdrückt, der einen einst wollustheischend umschlang, mit Dürsten und Lechzen die lodernde Glut der Küsse trank. Ruhe im Doppelbett. Und wieder Platz. Aber das Leben erscheint wie eine leer getrunkene Kneipe.
Der Pianist Alexander Seemann und der Schauspieler Dirk Audehm verzaubern im Brauhauskeller des Theaters ihr Publikum derart mit ihrem popmusikalischen Liederabend: „Sch... Liebe!“ Begleitet von melancholisch umwölktem Pianieren buchstabiert der Mime mit leidenschaftlichem Spielwitz und
moritatenhaftem Gesang das Herzensthema ausstrahlend ironischer Männerperspektive durch: von
A (wie Ich-liebe-dich) bis Z (wie Ich-hasse- dich). Dramaturgisch wird aus dem traumatischen Wissen,
dass Liebe naturgesetzlich verweht, nur Freundschaft besteht, die These entwickelt: Man darf immer wieder von vorn anfangen. Neues Glück in alten Adern. So baggert Audehm nach Herzenslust Zuschauerinnen an, „darf ich mal in Sie dringen“ und zeigt, wie dem Beziehungsdesaster ungebrochen zu entkommen ist: bis die Liebe nicht mehr schal, Sex wieder nach Exzess schmeckt.
Weser-Kurier 17.12.2005, von Astrid Labbert
Die Liebe hat so viele Gesichter
Dirk Audehm im Brauhauskeller
Dirk Audehm sitzt auf der Bühne des Brauhauskellers an einer Theke. Mal blickt er finster ins Publikum, mal dreht er ihm den Rücken zu. Links in der Ecke spielt eine Dame Klavier. Am Nebentisch raunt eine Zuschauerin: „Ist die echt?“ Zugegeben: So starr wie sie dasitzt, ist das schwer einzuschätzen. Und stand nicht im Programm „am Klavier Alexander Seemann“? Vielleicht ein Krankheitsfall.
Es ist nicht die einzige Überraschung an diesem Abend, der mit dem Namen „Sch... Liebe! - Eine musikalische Herzattacke“ überschrieben ist. Erstens ist, wie sich bald herausstellt, Alexander Seemann die Dame am Klavier, blond perückt und im kittelähnlichem Gewand. Und zweitens wird Sänger und Entertainer Dirk Audehm, sonst am Schauspielhaus zu sehen, sich im Laufe des Abends vom traurig Entliebten zum beängstigend Liebestrunkenen, vom sliptragenden Schwerenöter zum stampfenden Liebesterror-Befreiten wandeln, Liebe in all ihren Facetten: Der Schauspieler des Theater-Ensembles hat sich in seinem „Alleingang“ einem unerschöpflichen Thema gewidmet -und das mit Witz.
Hier ist alles drin
Es ist wohl die reichhaltigste Auswahl, die man sich für einen Liederabend wünschen kann. Romantik, Leidenschaft und Mördergruben: Hier ist alles drin, das Duo schöpft aus den Vollen. Rio Reiser, Konstantin Wecker, John Lennon, Jacques Brei und Joseph Freiherr von Eichendorff sind unter anderem mit von der Partie, auch Ringelnatz. Dabei ist der Rahmen stimmig: Mit wenigen Kniffen sind die Lieder in die Kneipenszenerie eingebettet (Regie: Henrike Vahrmeyer), in die der Entertainer für diesen Abend einzieht, mit Sack und Pack, mit Puschen und Hemden. Dazu ein Barmann (Engelbert Herzog), der seine Pflicht tut, nämlich Nachschenken, und eine Schnapsdrossel am Klavier: Das reicht.
Am Ende hat Audehm, dem die Spielfreude ins Gesicht geschrieben steht, den Brauhauskeller von vorn bis hinten durchtanzt, kokettiert, gefleht, mit Hilfe des Publikums mathematisch hergeleitet, dass Frauen nur Probleme bringen, seine Pianistin zum Weinen gebracht und das Publikum zum Lachen.
Die Damen am Nebentisch aus Bremerhaven hatten eigentlich bei dem Schneegestöber am Sonnabend nicht „für fünf Pfennig“ aus dem Haus gehen wollen, aber nach anderthalb Stunden „Sch... Liebe“ reichten sie dem verschwitzten Schauspieler nach der Zugabe hilfsbereit ein Taschentuch und verließen beschwingt den Brauhauskeller: „Ein schöner Abend.“
Bremer Anzeiger , 14.12. 2005, von Daniela Barth
Die Plattform für Kleinode schlechthin
Der Club im (Brauhaus-) Keller setzt Talente der Schauspieler in Szene
Perlen der Kleinkunst - von Schauspielern des Bremer Theaters - dem Publikum im Kellerambiente vorgeworfen.
Der kleine Brauhauskeller beim Bremer Schauspielhaus zeichnet sich unter anderem durch spannungsgeladenes morbides Ambiente aus, Also: schönste Szeneclub-Atmosphäre und bestmögliche Präferenz für „Untergrundkultur“ - im positiven Sinne. Ein Tatbestand, der schon vor einigen Jahren den so genannten „ Club im Keller“ auf den Plan rief; initiiert von der Dramaturgie und diversen Schauspielern des Theaters. Die Möglichkeit für Ensemblemitglieder, ihre vielfältigen Talente als Einzelleistung auf einer - wenn auch vergleichsweise winzigen - Bühne entfalten zu dürfen, stößt bei den Künstlern auf entsprechende Gegenliebe.
Nehmen wir beispielsweise Schauspieler Dirk Audehm, seit einem Jahr fest im Theater engagiert und zurzeit als „ der Indianer Rüdiger“ in der Produktion „Singen für Deutschland“ erfolgreich. Er ist davon überzeugt, dass der Brauhauskeller die Plattform „für Kleinode“ schlechthin sei. Womit er seine Kollegen und sich in einem Atemzug lobt - was er auch darf. Denn immerhin ist sein Liederabend „Sch... Liebe! Eine musikalische Herzattacke“, den er gemeinsam mit Musiker Alexander Seemann aufführt, bis Ende Dezember ausverkauft. „Es rockt!“, wie‘s der Künstler freudig stolz beschreibt. Neben geplanten Januarterminen (siehe Kasten) wolle er auch im Februar noch vier Auftritte drauflegen. Was hat Audehm zu bieten? In von ihm und Alexander Seemann interpretierten Songs von Rio Reiser, Konstantin Wecker, Friedrich Hollaender, Gloria Gaynour, Jacques Brei oder den Beatles alles, was das Herz begehrt; Romantik, Leidenschaft, Sehnsucht - und, äh, Mördergruben. Der singende Schauspieler legt vergnüglich den Finger in die Wunde, die Amor schlägt. …
Weser Report 13.11.2005, von Jochen Brünner
„Ich will die Leute ins Herz treffen“
Dirk Audehm entwickelt sich zum neuen Publikumsliebling im Schauspiel-Ensemble
Als Indianer Rüdiger in „Singen für Deutschland“ und als Mackie Messer in der „Dreigroschenoper“ hat der gebürtige Güstrower den Durchbruch geschafft. Jetzt ist er mit dem Solo-Abend „Sch...Liebe“ am Start.
Manchmal wiederholt sich Geschichte. Als Schauspieler Dirk Audehm bei den Protestaktionen zur aktuellen Theaterkrise ganz vorn dabei war, fühlte er sich an seinen ersten Besuch in der Hansestadt erinnert: „Das war 1996 oder 1997 ebenfalls bei einer Demo. Damals stand ich mit dem Transparent vor dem Theater, weil man dem Tanztheater zu Leibe rücken wollte.“
Darüber hinaus macht Audehm vor allem als Schauspieler Furore: Eine „musikalische Herzattacke“ nennt Audehm sein Programm „Sch...Liebe „, das am 9. November seine Premiere im Brauhauskeller feierte. Der Abend vereinigt Songs von Konstantin Wecker, Rio Reiser, den Beatles, Carole King und vielen anderen.
Dabei benötigte Dirk Audehm im Schauspiel-Ensemble zunächst ein Jahr Anlaufphase. Kleine Rollen, wenig dankbar. Doch dann kam „Singen für Deutschland“. „Man muss Geduld haben“, sagt Audehm. „Ich habe schon in vielen Lieder-Programmen mitgewirkt, aber dieses ist zweifellos eines der besten“, bewertet er die Arbeit von Erik Gedeon, in dem er den Indianer mit unnachahmlichem Stoizismus gibt. „Natürlich ist das eine dankbare Rolle, aber sie verlangt auch sehr viel Disziplin. Gerade die erste dreiviertel Stunde, in der ich zwar auf der Bühne bin, aber nicht mitsingen darf, war für mich in den Proben sehr anstrengend. Aber ich wusste, dass das Resultat Spaß machen wird“, so Audehm.
Über Engagements in Schwerin und Leipzig hat der gelernte Melker seinen Weg nach Bremen gefunden. Erfolge feierte Audehm sowohl in Charakterrollen (u.a. in „Peer Gynt“ oder „Tod eines Handlungsreisenden“) als auch in Musical-Produktionen wie der „Rocky Horror Show“ oder dem sächsischen Broadway-Abend „Bulledd‘n offm Broodweh“. Trotzdem gebe es Theater, das nicht seins sei -etwa wenn er nur instrumen-talisiert werde. Umso mehr freut er sich über emotionale Reaktionen des Publikums: „Ich will die Leute ins Herz treffen.“
Weiterhin wird Audehm in dieser Spielzeit noch im Moritz-Rinke-Stück „Cafe“ Umberto“ sowie in Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ zu sehen sein.